Du willst mehr über Startups lernen, bist dir aber manchmal unsicher bezüglich des Fachjargons? Wir helfen dir weiter, führen dich mit unserem Thinc! Blog an spannende Themen aus der Startup-Welt heran und geben dir exklusive Insights aus der Szene. Das Startup-ABC ist hierfür die perfekte Basis!

A – Accelerator
Hierbei handelt es sich um ein Programm zur Förderung von Gründung, welches in der Regel zeitlich von etwa 3 bis 6 Monaten begrenzt ist. In diesem Rahmen werden alle nötigen Mittel zur Verfügung gestellt, damit Startups schneller wachsen und die Ideen ausbauen können. Accelerators bieten Startups Beratung, Coaching, Methodik, Infrastruktur sowie technische Ressourcen. Auch die Nutzung eines wertvollen Netzwerks ist ein klarer Trumpf für die Teilnehmer*innen eines solchen Programms. Außerdem können Accelerators auch Geld in die von ihnen ausgewählten Startups investieren, entweder direkt oder über einen Fond. Doch wie können Startups konkret Teil von einem Accelerator werden? Gründer-Teams, die an einem solchen Programm teilnehmen wollen, bewerben sich mit einem sog. Pitch Deck und müssen sich, falls sie in die engere Auswahl kommen, der Accelerator Jury beweisen.

B – Business Angel
Bei einem Business Angel (BA) handelt es sich um ein*e Unternehmer*in, welche*r das eigene Geld in ein Startup investiert und gleichzeitig das Gründer-Team unterstützt. Im Gegenzug erhält der Business Angel Unternehmensanteile. Der BA steigt üblicherweise in einer sehr frühen Phase der Gründung in dem jeweiligen Startup ein und fungiert oftmals als eine Art Mentor*in. Die üblichen Tätigkeitsbereiche eines Business Angels umfassen die folgenden Punkte: finanzieller Support, Mitarbeit beim Finanzplan, Konzeption sowie Entwurf des Businessplans, Netzwerkaufbau, Wissensvermittlung und Unterstützung bei detaillierten Fragen zum Ablauf der Gründung.

C – Customer Acquisition Cost (CAC)
Der Begriff CAC wir auch als Neukundenakquise bezeichnet. Die Kosten der Neukundenakquise, welche insbesondere in den Early Stages auf Startups zukommen, sind nicht zu unterschätzen. Neue Kunden zu gewinnen kostet nämlich Geld. Der CAC kann simpel anhand der folgenden Formel berechnet werden: CAC= Marketing – Kosten pro Periode / Neukunden

Je niedriger die CAC ist, desto zufriedener sind die Kund*innen und desto erfolgreicher sind die bisherigen Marketing-Tätigkeiten. Bei einem hohen CAC sollte überlegt werden, wie die Kosten gesenkt werden können und welche Strategien zur Zielerreichung ideal wären.

D – Deck (Pitch Deck)
Ein Pitch Deck meint nichts anderes als eine Präsentation mit der Gründer*innen versuchen, Investor*innen und Kapitalgeber*innen von der eigenen Idee zu überzeugen. Auf wenigen Präsentations-Slides stellen Startups dabei nach einem ganz bestimmten Schema ihr Team, ihre Geschäftsidee sowie das Wettbewerbsumfeld vor. So können sich potenzielle Investor*innen in kurzer Zeit einen Überblick verschaffen. Aber aufgepasst! Ein Deck unterscheidet sich ganz klar von einem Business Plan. Im Gegensatz hierzu dient ein Pitch Deck dazu, Motivation und Begeisterung hervorzurufen und nicht nur stumpfe Fakten vorzustellen.

E – Exit
Unter dem “Exit” versteht man den Verkauf eines Startups in Form eines “Trade Sale” (also an ein anderes Unternehmen), “Buy Back” (Rückverkauf an die Gründer) oder “Going Public” (Börsengang). Doch warum sollten Gründer*innen überhaupt über einen Ausstieg nachdenken und diesen auch tatsächlich realisieren? Wer sich Support holt (durch Investor*innen) muss schon früh die Frage nach dem Exit klären. Investor*innen wollen nämlich zu einem gewissen Zeitpunkt die eigenen Unternehmensanteile verkaufen, um einen guten ROI zu erzielen. Auch Gründer*innen haben nicht selten einen guten Exit fest in ihrer Planung. Oftmals haben diese schon die nächste Idee im Sinn, die umgesetzt werden will. Der ideale Zeitpunkt für einen Exit ist natürlich der Moment, wenn das Unternehmen gut läuft, da so ein höherer Preis erzielt werden kann. Ärgerlich ist es hingegen, wenn ein Exit erst in Erwägung gezogen wird, wenn das Unternehmen in Schwierigkeiten steckt.

F – First Mover-Advantage
Unter dem First Mover-Advantage ist der Vorteil eines Unternehmens gemeint, welches als erstes mit einem neuen Produkt auf den Markt kommt. Dies kann beispielsweise durch die Einführung einer Produktinnovation oder eines bereits vorhandenen Produkts geschehen, welches auf einem neuen Markt eingeführt wird. Ein ganz klarer Vorteil ist hierbei der zeitbezogene Wettbewerbsvorsprung des betreffenden Unternehmens. Jedoch muss gesagt werden, dass durchaus ein hohes Risiko für Early Adopters besteht, da ein neues Produkt auch immer ein hohes Maß an Unsicherheit mit sich bringt.

G – Growth Hacking
Bei Growth Hacking handelt es sich um eine Marketing-Methode, welche angewandt wird, um das Wachstum eines Unternehmens durch bestimmte Taktiken („Hacks“) zu steigern. Der Prozess des schnellen Experimentierens mit konventionellen und unkonventionellen Wachstumsmarketinghebeln über mehrere Kanäle hinweg, um die effizientesten zu identifizieren. Growth Hacker nutzen oft kostengünstige Techniken, wie die Ansprache von Interessenten über professionelle soziale Netzwerke oder virales Marketing. Acceleratoren umgeben sich mit diesen Fähigkeiten, um Startups und Intrapreneurs zu helfen.

H – Hackathon
Das Wort “Hackathon” setzt sich aus den zwei Begriffen Hack und Marathon zusammen. Diese Bezeichnung ist bereits seit den späten 90er Jahren im Umlauf. Es handelt sich bei einem Hackathon um eine Entwicklungsveranstaltung für Software und Hardware. Die Teilnehmer sind 2 bis 3 Tage lang am selben Ort, bilden Teams und entwickeln gemeinsam innovative Projekte zu einem definierten bestimmten Thema. Es gibt grundsätzlich keine festen Regeln für den Ablauf eines Hackathons. Einige Bestandteile haben sich allerdings etabliert. Neben einem Titel, welcher die Schwerpunkte klar machen soll, muss im Vorhinein die Dauer festgelegt werden, ebenso wie eine Mindest- und Maximalzahl an Teilnehmer*innen. Üblicherweise handelt es sich um 24 bis 72 Stunden und um eine eine Teilnehmer*innenanzahl zwischen 40 und 100 Personen. Der Hackathon wird übrigens auch als Hackfest, Hack Day oder Codefest bezeichnet.

I – Inkubator
Ein Inkubator ist wie ein Brutkasten für Startups: von der Idee bis zur Markteinführung werden Startups auf dem gesamten Weg der Gründung begleitet und unterstützt. Dabei handelt es sich bei einem Inkubator meistens um eine Institution, die sowohl die Infrastruktur wie Büroräume, als auch ein Netzwerk an Industrieexperten, Mentoren und Investoren den Startups zur Verfügung stellt. Im Vergleich zu einem Accelerator, ist ein Inkubator meistens zeitlich unbegrenzt. Der wohl bekannteste deutsche Inkubator ist Rocket Internet, der unter anderem Zalando, Home24 und Delivery Hero maßgeblich unterstützt und groß gemacht hat.

J – Joint Venture
Ein Joint Venture ist ein Zusammenschluss zweier oder mehrerer Unternehmen, um ein gemeinsames Projekt oder Interesse zu verfolgen. Bei einem JV wird eine neue Gesellschaft gegründet, bei der die (beiden) kooperierenden Unternehmen jeweils Anteile an der Gesellschaft besitzen. Ziel eines Joint-Venture ist es, unterschiedliche Kompetenzen der kooperierenden Unternehmen in einer Gesellschaft zu bündeln, während das Risiko gemeinsam getragen wird. Auch für Startups können Joint Ventures eine durchaus interessante Form der Kooperation darstellen, da durch den Zusammenschluss neue Möglichkeiten entstehen und neue Märkte erschlossen werden können, die zuvor vielleicht schwer zu erreichen waren.

K – Key Performance Indicators
Key Performance Indicators (=KPI) stellen die wichtigsten Kennzahlen eines Startups dar. Je nach Branche und Industrie gibt es unterschiedliche Kennzahlen, die den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens messen. KPIs sind nicht nur ein wichtiges Tool für Gründer*innen, um den Fortschritt des Unternehmens zu überwachen, sondern sie können auch als wichtige Bewertungskriterien für Investoren dienen. Häufig verwendete KPIs sind zum Beispiel: Return on Sales, Customer Acquisition Costs oder Customer Lifetime Value.

L – Lean Startup
Bei einem Lean Startup stehen schlanke Prozesse und vor allem das frühe Testen des Produktes an echten Kunden im Fokus. Damit ein Produkt nicht am Kunden vorbei entwickelt wird, wird kontinuierliche Feedback von den Kunden eingeholt und daraus Anpassungen an dem Produkt abgeleitet. Somit reduzieren Lean Startups die Wahrscheinlichkeit des Scheiterns und erhöhen das Verständnis der Kundenbedürfnisse.

M – Minimum Viable Product (MVP)
Der Begriff “Minimum Viable Product“ wird im Zuge der Produktentwicklung benutzt. Hierbei versteht man die erste brauchbare Version eines Produktes, dass die Mindestanforderungen erfüllt, damit man erstes Feedback von Kunden einholen kann. Dabei muss es sich nicht um einen Prototyp handeln. Bereits eine PowerPoint-Präsentation oder ein Video, welches die Funktionen des Produktes und die Problemlösung beschreiben, kann ausreichend sein. Es wird oft im Kontext des Lean Startups verwendet.

N – Networking
Das Networking (oder zu Deutsch: Netzwerken) ist eine zentrale Komponente für den Erfolg eines Startups. Der Austausch mit anderen Gründern, das Kennenlernen von potenziellen Mitarbeitern aber auch die Pflege von guten Geschäftsbeziehungen zu Investoren oder Venture Capital Firmen können maßgeblich über das langfristige Wachstum eines Startups entscheiden. Ein sogenannter Elevator Pitch, also eine kurze und überzeugende Vorstellung der Geschäftsidee kann hierbei sehr hilfreich sein um neue Kontakte für die Idee zu begeistern.

O – Open Source / Open Innovation
Die Ideenfindung für ein neues Produkt oder einen neuen Service muss nicht ausschließlich innerhalb eines Unternehmens und mit Ausschluss der Öffentlichkeit erfolgen. Bei Open Innovation wird die Außenwelt in den Innovationsprozess integriert. Partner können hierbei z.B. wissenschaftliche Einrichtungen und Universitäten, Kunden, Lieferanten, Forschungsinstitute oder Wettbewerber sein. Ein großer Vorteil von Open Innovation ist, dass man interne Ressourcen sparen kann, während man direktes Feedback vom Markt und den Kunden bekommt. Crowd-Sourcing Plattformen sind dabei ein nützliches Tool, um die Ideen zu sammeln und zu bewerten.

P – Proof of Concept
Viele Startups werden von ihren Investoren nach einem Proof of Concept gefragt. Hierbei handelt es sich um eine Machbarkeitsnachweis, die beweist, dass eine Geschäftsidee nachhaltig funktioniert. Hilfreich für einen Proof of Concept sind neben Marktanalysen vor allem Tests in kleineren Märkten oder das Erreichen von vorher-definierten Meilensteine wie zum Beispiel ein bestimmtes Umsatzziel, Anzahl an Kunden oder auch der Break-Even-Punkt.

Q – Qualität
Die Qualität eines Produktes oder Service ist ausschlaggebend für den Erfolg eines heranwachsenden Startups. Erfüllt ein Gründer die Qualitätsansprüche seiner Kunden oder übertrifft er diese sogar, stehen die Chancen gut, dass überzeugte Kunden wiederkommen und im besten Fall für das Produkt werben. Einen großen Beitrag zur Qualitätssicherung können qualifizierte und motivierte Mitarbeit leisten.

R – Return on Investment (ROI)
Der Return on Investment (ROI) ist eine Kennzahl, die die Größe des erwartenden Kapitalrückflusses einer Investition ausdrückt. Der ROI ist das Produkt aus der Umsatzrendite und dem Kapitalumschlag. Das Ergebnis wird meistens als Prozentsatz angegeben. Durch diese Kennzahl kann die Rendite einer Investition im direkten Verhältnis zu den Investitionskosten gemessen werden. Sie macht es für Unternehmen leichter, eine Investition zu beurteilen und die Effizienz verschiedener Anlagen zu vergleichen.

S – Seed- Phase
Der Entwicklungsprozess eines Startups lässt sich in unterschiedliche Phasen aufteilen. Die Seed- Phase beschreibt hierbei die Vorgründungsphase, in der erst eine Idee eines Produkts oder einer Dienstleistung besteht. Die Gründungsvorbereitung beginnt, es muss ein Businessplan erstellt und der Organisationsaufbau geplant werden. Das Geld für Investitionen erhält man in dieser Frühphase größtenteils durch Förderfinanzierungen oder private Investoren.

T – Term Sheet
Im Rahmen von Startups ist das Term Sheet das erste formale, aber unverbindliche Dokument zwischen einem Startup-Gründer und einem Investor. Es ist eine schriftlich festgehaltene Absichtserklärung dieser Akteure, mit der das grundlegende Interesse an einer Transaktion niedergelegt und der Kaufpreis, die Struktur der Interaktion und das weitere Vorgehen skizziert wird. Das Term Sheet lässt sich als Grundlage für eine detaillierte Planung beschreiben, die dann letztendlich in einem Vertrag resultieren kann.

U – Unicorn
Unicorns sind Startups, deren Wert vor Börsengang oder einem Exit der Investoren auf mindestens eine Milliarde US-Dollar geschätzt wird. Die Anzahl der Startups, die diesen Status erreichen, wächst stetig, dennoch werden weltweit nur wenige Startups als Unicorn betitelt. Da sie so selten vorkommen, werden sie als „Unicorn“ bezeichnet. Ursprünglich wurde der Begriff von Aileen Lee, vom Risiko Finanzierungsunternehmen Cowboy Ventures, geprägt.

V – Venture capital
Venture capital ist eine Unterform des Private Equity. Eine Beteiligungsgesellschaft beteiligt sich in diesem Fall in Form eines Venture Capital Fonds an dem Unternehmen. Venture capital Gesellschaften sind Unternehmen, die in junge Unternehmen investieren, die zwar wenig Sicherheit, aber ein hohes Potenzial bieten. Sie achten bei der Auswahl der Unternehmen beispielsweise darauf, wie innovativ die Geschäftsidee und wie vielversprechend der Markt ist. Die Gesellschaften investieren meistens in der Seed-, der Startup- Phase oder auch in der ersten Wachstumsphase. Durch das Einbringen von Kapital erhält der Venture Capital Investor im Gegenzug üblicherweise Unternehmensanteile.

W – Work-life-balance
Das Arbeiten in einem Startup kann bedeuten, bis spät abends und am Wochenende zu arbeiten, Arbeit mit nach Hause zu nehmen und Aufgaben innerhalb kurzer Fristen abzuschließen. Dies nimmt viel Zeit in Anspruch und hinzu kommt oft auch noch Druck und Stress. Das kann oft dazu führen, dass das Berufsleben Vorrang vor dem persönlichen Leben hat. Dadurch gerät die „work-life- balance“ ins Wanken. Work-life-balance bedeutet also, das richtige Verhältnis zwischen Arbeit und Freizeit zu schaffen. Als Gründer*in kann es schwer sein, dieses Gleichgewicht zu erreichen, der Vorteil ist allerdings, dass man im Vergleich zu anderen Berufen in keinem starren Korsett gefangen ist. Man hat die „work-life-balance“ also zu großen Teilen selbst in der Hand und muss sich vielleicht manchmal selbst zurücknehmen und mehr Rücksicht auf das Privatleben nehmen.

(X)

Y – Y combinator
Y combinator ist ein US-amerikanisches Gründerzentrum. Das Unternehmen wurde 2005 gegründet und hat seinen Sitz in Mountain View, Kalifornien. Das Gründerzentrum hilft Startups in der Gründungsphase für einen Zeitraum von drei Jahren in Form von Geld, Kontakten und Ratschlägen und verlangt für diese Leistung 6 % Firmenanteile. Y combinator hat ein Modell zur Finanzierung von Startups in der Frühphase ausgearbeitet. Zweimal im Jahr investiert das Unternehmen Geld in eine große Anzahl von Startups. Drei Monate lang arbeitet Y combinator dann mit diesen Startups zusammen, um sie in die bestmögliche Form zu bringen. Am Ende der drei Monate haben die Startups die Möglichkeit, ihr Unternehmen einem ausgewählten Publikum zu präsentieren. Y combinator unterstützt die Startups außerdem auch noch nach diesen drei Monaten der intensiven Zusammenarbeit. Seit 2005 hat Y combinator ca. 3000 Startups finanziert und hat mittlerweile eine Community von rund 6000 Gründer*innen.

Z – Zebra-Startup
Zebra-Startups unterscheiden sich deutlich zu den bereits oben erwähnten Unicorns. Für diese Unternehmen stehen gesellschaftlicher Impact und nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung an erster Stelle. Der Begriff „Zebra-Unternehmen“ ist auf das schwarz-weiße Streifenmuster der Zebras zurückzuführen. Schwarz und weiß stehen hierbei für profitabel und sozial verantwortungsvoll. Der Begriff wurde erstmals 2017 in einem Artikel auf der US-amerikanischen Publishing-Plattform Medium verwendet.

 

Autoren: Liana Balzer, Katharina Herrmann, Johanna Heiler

Published On: March 29th, 2021 / Categories: Startup to go /